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Wir freuen uns über den Nobelpreis für Olga Tokarczuk!

Damit setzt sich die lange Reihe schlesischer Nobelpreisträger fort, in der sich so illustre Namen wie Gerhart Hauptmann, Paul Ehrlich und Max Born finden – und bislang nur eine Frau, die Physikerin Maria Goeppert-Mayer.

Olga Tokarczuk hat in ihren Büchern - wie keine und kein anderer seit Gerhart Hauptmann - Schlesien zu einer Landschaft der Weltliteratur gemacht. Immer wieder setzt sie sich mit der vielschichtigen Geschichte dieses Landes auseinander. Die niederschlesische Provinz ist Schauplatz ihrer Romane "Taghaus, Nachthaus" und "Der Gesang der Fledermäuse" (verfilmt von Agnieszka Holland unter dem Titel "Die Spur"). In ihren Gestalten und Geschichten sind die deutsche Vergangenheit, die polnische Gegenwart und ostpolnische Traditionen der heutigen Schlesier auf poetisch-magische Weise miteinander verwoben. Ausgangspunkte für ihre Erkundungen sind ihre zwei Wohnorte in Niederschlesien: die Stadt Breslau/Wrocław sowie ein kleines Dorf bei Neurode/Nowa Ruda in der Grafschaft Glatz/Kłodzko, wo sie seit einigen Jahren mit engagierten Menschen aus der Region das selbst initiierte Literaturfestival „Literaturberge“ gestaltet.

Tokarczuks Werk hat große Bedeutung für ein neues Bild von Schlesien, das überkommene nationale Gegensätze überwindet. Dieses Verdienst wurde schon in der Vergangenheit gewürdigt: 2003 erhielt sie den Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen, 2015 wurde ihr der Brückepreis der Stadt Görlitz zugesprochen. In Görlitz hat sie viele persönliche Freunde und noch mehr begeisterte Leser. Seit 2007 waren ihre Texte immer wieder beim alljährlichen Schlesischen Nachtlesen des Schlesischen Museums zu hören. 2014 eröffnete sie gemeinsam mit Christoph Hein die ersten Literaturtage an der Neiße, und auch 2018 nahm sie an diesem Literaturfestival teil.

Wir gratulieren Olga Tokarczuk von Herzen zu dieser Ehrung!

Markus Bauer
Direktor des
Schlesischen Museums zu Görlitz